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Charakter des Bieres

Allgemeine Charakteristiken der verschiedenen Biersorten:

Pils

Das Bier nach Pilsener Brauart wurde von einem bayerischen Braumeister, Joseph Groll erfunden. Im Jahre 1842 wurde er in die böhmische Stadt Pilsen berufen um ein untergäriges Bier nach bayerischer Art zu brauen. Anstatt des dunklen Malzes verwendete er nur leicht geröstetes, sehr helles Malz. So entstand sein Urquell genanntes Bier das die typische goldgelbe Farbe.
Dank der Erfindung der Kühlmaschine 1876 konnte das Pils in großem Stil erzeugt werden, weil untergärige Biere bei niedrigen Temperaturen hergestellt werden. Mehr dazu
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Farbe: hellgelb – goldgelb
Geschmack: hopfenbetont, herb, spritzig
Stammwürze: 11- 12%
Alkoholgehalt: 4,5% – 6%
Trinktemperatur: 7°-12°
Brauart: untergärig

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Helles Lagerbier

Die Bezeichnung Lager gibt schon Aufschluss um seinen Verwendungszweck. Um im Mittelalter die große Nachfrage an Bier auch im Sommer zu befriedigen, mussten sie es in großen Mengen kühl lagern. Diese Einlagerung hatte dem Lager seinen Namen verliehen. Um sie länger haltbar zu machen, braute man sie stärker ein.

Farbe: dunkles Gold – dunkles orange-rot
Geschmack: malzig
Stammwürze: 11- 12%
Alkoholgehalt: 4,6% – 5,6%
Trinktemperatur: 8°
Brauart: untergärig

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Weizen

In Bayern liegt die Hochburg des Weizenbieres. Es ist ein obergäriges Bier und wird seit langem gebraut, denn für die Herstellung kommt man ohne Kühlung aus. Durch die obergärige Hefe und die warmen Temperaturen bilden sich mehr Ester, die für das fruchtige Aroma im Weizen sorgt.

Farbe: hell – gold, trüb
Geschmack: fruchtig mit Bananennoten
Stammwürze: 11- 14%
Alkoholgehalt: 5% – 6%
Trinktemperatur: 8°
Brauart: obergärig

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Bockbier

Das Bockbier stammt ursprünglich aus Norddeutschland, um genau zu sein in Einbeck.
Im Süden etablierte sich die „einpöckscher Brauart“ und so passte sich sein Name dem bayerischen Sprachgebrauch an und wurde zum Bockbier.
Doppelbockbiere sind in Bayern unverkennbar an ihrer Wortendung „-ator“ zu erkennen. Bock/Doppelbockbiere können als untergärige und obergärige Biere gebraut werden. Man genießt sie Saisonal, zur Weihnachtszeit das Starkbier und im Frühjahr trägt es den Namen Maibock.

Farbe: goldgelb – dunkelbraun
Geschmack:malzig, karamell
Stammwürze: 16%
Alkoholgehalt: 7%+
Trinktemperatur: 8° – 10°
Brauart: obergärig oder untergärig

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Porter

Das Bier wurde traditionell von englischen Lastenträgern und Hafenarbeitern konsumiert, von ihnen kommt auch der Name Porter. Starke Porter werden Stout genannt.

Farbe: tiefrot bis schwarz
Geschmack: malzig süß, mokka
Stammwürze: 16- 18%
Alkoholgehalt: 7%+
Trinktemperatur: 8°- 10°
Brauart:obergärig oder untergärig

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India Pale Ale

Das Flaggschiff der Craftbeer Szene! Ursprünglich kommt es aus England, um die Englische Kolonie in Indien mit Bier zu versorgen. Normale Biere überstanden die lange Fahrt und die Temperaturschwankungen nicht und verdarben. Also vermehrte man den Hopfen anteil im Bier um es länger haltbarer zu machen, das Resultat ist ein intensiv gehopftes Starkbier.

Farbe: bernstein – kupferfarbig
Geschmack: fruchtig, bitter
Stammwürze:12,5 – 18,5%
Alkoholgehalt: 5 – 7,5%
Trinktemperatur: 8°-10°
Brauart: obergärig

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Rauchbier

Es existieren einige Legenden über die Entstehung des Rauchbieres: Ein Brand in einer Brauerei soll das gelagerte Malz von Rauch durchströmt worden sein. Der Brauer war so arm, dass er das verräucherte Gebräu trotzdem verkaufen musste. Den Kunden mundete das Rauchbier und so wurde das Rauchbier geboren.
Früher waren Sonnentrocknung des Malzes gängig, da es aber klimatisch nicht in allen Regionen möglich war, kam ein offenes Holzfeuer zur Unterstützung der Darre.

Farbe: karamell – braun
Geschmack: malzig, karamell, herb würzig
Stammwürze: 11- 14%
Alkoholgehalt: 4,5 -5,5%
Trinktemperatur: 8°-10°
Brauart: obergärig oder untergärig

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Keller/ Zwickel

Namensgeber der Biersorte ist die Kellerlagerung aber auch die Bierprobe aus dem Zwickelhahn. Das Bier ist immer unfiltriert und ungespunden. Der Begriff „Spunden“ stammt aus der Tradition des Bierbrauens, als das Bier noch in großen Holzfässern reifte. Am Fass befand sich das Spundloch, die Öffnung aus dem während der Lagerung entstehende Kohlensäure austreten konnte. Um eine Überdruck zu vermeiden entfernte man den Spund, daher hat das ungespundene Bier auch weniger Kohlensäure.

Farbe: naturtrüb, bernsteinfarben
Geschmack: mild, vollmundig, erfrischend
Stammwürze: 12-13%
Alkoholgehalt: 4,5 – 5,5%
Trinktemperatur: 8°
Brauart: untergärig

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Leichtbiere / Alkoholfreie Biere

Zur Herstellung von alkoholfreien Bieren wird der Gärprozess verfrüht unterbrochen, damit nicht der gesamte enthaltene Zucker in Alkohol umgewandelt wird. Da die typischen Aroma sich erst bei der Gärung entwickelt, die aber abgebrochen wurden, erfüllte das Bier geschmacklich nicht den Erwartungen. Es gibt eine weitere Herstellungsmethode: Man braut normale Vollbiere ein und entzieht nachträglich den Alkoholgehalt, durch Osmose oder Dünnschichtverdampfung.

Farbe: Je nach Biertyp
Geschmack: Je nach Biertyp
Stammwürze:7-12%
Alkoholgehalt: 0,3 – 0,4%
Trinktemperatur: 6°-7°
Brauart: untergärig oder obergärig